Langenholdinghausen, Nr. 53


In Friedrich Spies reifte seit einiger Zeit ein kühner Gedanke. Er würde für sich und seine junge Familie ein eigenes Haus erbauen. Er war jetzt schon 36 Jahre alt ( * 11.02.1868 in Krombach ) und hatte den Handwerksmeisterbrief im Schuhmacherhandwerk erhalten. Sein Lehrherr und derzeitiger Arbeitgeber, Jacob Friedrich-Wilhelm Flender in " Bröchersch-Haus " auf dem unteren Bruch war schon über sechzig ( * 22.08.1840 ). Friedrich Spies hatte während seiner Gesellenjahre im Hause Flender die Tochter Amalie Flender ( * 16.08.1866 ) kennen gelernt und 1895 haben die beiden geheiratet. Töchterchen Anna wurde am 12.09.1896 im Hause Flender geboren. Danach zog Familie Spies bei Flenders aus und wohnte zur Miete im gemeindeeigenen Lehrerhaus an der Holzklauerthal Strasse in der Nachbarschaft. Nachdem im Jahr 1900 am 04. März das zweite Töchterchen Minna Bertha geboren wurde, lag die Mutter Amalie im Kindbettfieber und der Arzt aus Geisweid kam über mehrere Tage mit seiner Pferdekutsche zum Hausbesuch. Das kostete jedes Mal 5 Mark und das Geld war sehr knapp. Aber Hilfsangebote, z.B. vom Onkel Hermann Spies, lehnte Schumachermeister Spies stets ab. Seine Enkelin Hildegard weiß aus Erzählungen zu berichten, dass, als Töchterchen Berta 1900 getauft werden sollte, ihr Großvater einen Rechnungsbrief vom Steueramt erhielt und er sich beim Lesen " verfärbte ", also bleich wurde. Als er gefragt wurde, ob er kein Geld mehr hätte, hätte ihr Großvater gesagt, dass sein Vater aus Krombach zur Taufe käme und der ihm wohl aushelfen könnte. In den folgenden Jahren keimte mehr und mehr der Wunsch nach einem eigenen neuen Zuhause, trotz der engen finanziellen Situation.....mehr lesen Sie hier (haus53.pdf - 7,1MByte)